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BURG MYLAU VOGTLAND Im malerischen Vogtland, in der Nähe von Reichenbach, liegt die Burg Mylau. Burg Mylau ist der am besten erhaltene mittelalterliche Wehrbau des sächsischen Vogtlandes. Die Burg wurde 1212 zum ersten Mal in einer Urkunde des Staufenkönigs und späteren Kaisers Friedrich II. erwähnt. Aus der romanischen Zeit stammen der 27 m hohe Bergfried, die zwei Vierecktürme, der Rote Turm und der Glockenturm. Zuerst diente die Burg zur militärischen Sicherung der deutschen Kolonisation. Ob die Burg zu dieser Zeit nur in kriegerischen Zeiten oder auch sonst als Wohnsitz diente, ist nicht nachweisbar. Die Ritter von Milin und auch die späteren Burgherren wohnten im Wirtschaftshof der Burg beim Dorf Obermylau. Bis ins 19. Jahrhundert bildete die Burg den Mittelpunkt der Herrschaft Mylau. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts galten die Wehrmauern, durch die Erfindung der Feuerwaffen, nicht mehr als uneinnehmbar. Ab dieser Zeit erfolgte der schrittweise Umbau von der Wehr- zur Wohnburg. Hofseitig wurden Wohn- und Wirtschaftsräume an die Mauer gebaut, einige Räume wurden mit Kaminheizung versehen. Im Schmalkaldischen Krieg 1547 konnte sich die Burg gegen die militärische Macht des Feindes nicht behaupten und es wurde offensichtlich, daß die Burg als Wehrburg ausgedient hatte. Unter den Herren Schönbergs im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts vollzog sich der endgültige Wandel von der Wehr- zur Wohnburg. 1772 verkaufte der letzte adlige Burgherr Christian August Edler von der Planitz die Herrschaft Mylau an den Greizer Kaufmann Christian Friedrich Petzold. Dieser ließ umfangreiche Erneuerungsarbeiten durchführen. 1791 verkaufte der Sohn des bürgerlichen Textilverlegers die Herrschaft Mylau an Gottfried Golle. Gottfried Golle verlagerte den Wohn-, Verwaltungs- und Gerichtssitz ins Rittergut Mylau und gab die Burg damit auf. Für den Umbau des Rittergutes ließ er unter anderem Fenster, Türen, Öfen, also alles brauchbare aus der Burg herausreißen. Trotz allem konnte der einsetzende Verfall für einige Jahrzehnte hinausgezögert werden. Golle verpachtete 1808 die gesamte Burg für 25 Jahre an den Mylauer Textilunternehmer Christian Gotthelf Brückner. Brückner errichtete eine große Baumwollspinnerei mit Handspinnmaschinen und verpflichtete sich durch Übernahme der Pacht zu Instandhaltungsarbeiten. 1828 gab er die Spinnerei in der Burg auf. Wahrscheinlich nutzte er bis 1892 noch einige Räume unter anderem zum Lagern von Holz, Heu und Stroh und sogar zum Wäschetrocknen. Eine ganz schlimme Phase machte die Burg von 1868 - 1894 durch. Die Firma Baust hatte in diesem Zeitraum die Burg gepachtet. Sie beschäftigte sich mit dem Bedrucken von Stoffen in Handarbeit. Die Farbreste und die stinkenden Abwässer wurden einfach aus den Fenstern gegossen. Zweimal kam es in dieser Zeit zu Bränden, 1872 und 1884 brannte es im Palas. Durch das Feuer und die Löschwasser kam es zu erheblichen Schäden an der Bausubstanz. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Burg auf dem Weg, sich in eine Ruine zu verwandeln. |
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| © Sylvia Wentzlau 2005-2013 | |||||||