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KLOSTER BANZ

170 Meter hoch über dem Maintal thront stolz das Kloster Banz. Zu Füßen des Klosters liegt der Ort Staffelstein. Bereits in der frühen Bronzezeit, 1700 v. Chr., existierte eine Wallanlage auf dem Banzberg. Dies konnten Archäologen durch ihre Ausgrabungen im Jahre 1969 nachweisen. Sie fanden Reste der alten Wallanlage unter der Ringwallmauer.

Durch diese Entdeckungen handelt es sich bei dieser Anlage um eine der ältesten Befestigungsanlagen Oberfrankens. Die Ringwallanlage auf dem Banzberg stammt aus der Zeit um 850.

Durch Ausgrabungen konnte außerdem bewiesen werden, daß auf dem heutigen Klosterberg einst die neuntürmige Burg der Markgrafen von Schweinfurt stand.

Nach dem Tod des letzten Schweinfurter Markgrafen, Otto von Schweinfurt, erbte dessen Tochter Alberada Burg und Herrschaft. Diese stiftete mit ihrem Gatten in ihrer Burg zu Banz ein Benediktinerkloster. Dies geschah wahrscheinlich im Jahre 1071. Ihr Ehegatte, Hermann von Habsberg und Sulzbach, starb im Jahre 1078, nach dessen Tod übergab sie ihre Burg ganz an das Konvent. Alberada lebte danach sehr zurückgezogen und verstarb im Jahre 1081.

In den Jahren 1701 bis 1720 werden unter Abt Kilian Düring viele Baupäne in die Tat umgesetzt. Er selbst bewohnte vorerst den oberen Stock des Hospitals. In den nächsten Jahren herrschte eine rege Bautätigkeit auf dem Klostergelände.

Bis 1705 gelang es die Abtei, den Küchenbau und die Fürstenzimmer fertigzustellen. Pläne für eine neue Kirche lagen bereits im Jahre 1707 vor. Der Fürstensaal, heute Kaisersaal, wurde 1706 bis 1708 neu gebaut. Der neue Zellenbau wurde 1735 zur Bibliothek umgestaltet.

Die Grundsteinlegung für die neue Abteikirche erfolgte am 11. Mai 1710. Der deutsche Barockbaumeister Johann Dinzendorfer übernahm die Planung der neuen Kirche. Der Bau wurde 1719 beendet. Die Wirtschaftsgebäude entstanden im Jahre 1750 nach den Entwürfen von Balthasar Neumann. Diese Gebäude wurden durch Eckpavillions begrenzt.

Der Torbau wurde im Rokkokostil gestaltet. Der Abteitrakt mit seiner schönen Rokkokofassade wurde von Leonhard Dinzendorfer im Jahre 1704 vollendet.

Die heutige Anlage entstand in der Zeit zwischen 1698 und 1773. Das Benediktinerkloster wurde 1803 aufgegeben. Wie bei vielen anderen Anlagen wurde auch nach der Aufgabe des Klosters mit Abbruchsarbeiten begonnen.

Herzog Wilhelm kaufte 1814 die Anlage und nutzte sie als Sommerresidenz. Seit 1978 befindet sich in den ehrwürdigen Gemäuern ein Erwachsenen-Bildungszentrum der Hans-Seidel-Stiftung. Diese Stiftung führt übrigens nach Voranmeldung auch Führungen durch.


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Sylvia Wentzlau
Kloster Banz
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© Text und Fotos:
Sylvia Wentzlau

 

Klöster und Dome
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