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NAUMBURGER DOM
Der Naumburger Dom ist weit über die Landesgrenzen bekannt. Die Stadt Naumburg besitzt zahlreiche Bau- und Kunstdenkmäler, die auf jeden Fall einen Besuch Wert sind. Lassen Sie sich Zeit für diese Stadt mit ihrem bis in die heutige Zeit erhaltenen historischen Stadtkern.
Nur der viergeschossige Wohnturm ist bis heute als geschlossener Baukomplex aus dem 11. Jahrhundert erhalten geblieben. Vermutlich wohnte der Dompropst in dem Turm.
Im 13. Jahrhundert wurde der frühromanische Dom durch den spätromanischen Naumburger Dom ersetzt. Dieser ist bis heute im wesentlichen erhalten geblieben. Der alte Dom wurde nicht ganz abgetragen, sondern der neue auf das alte Fundament gesetzt. In den Jahren 1961 bis 1967 wurden die Grundmauern des frühromanischen Doms teilweise freigelegt.
Im Westchor befinden sich Stifterfiguren von acht Männern und vier Frauen des Hochadels.
Als Stifterfiguren werden lebensgroße Denkmäler aus Stein bezeichnet. Besonders hervorgehoben wurden die beiden Hauptstifter Markgraf Ekkehard II. und Markgraf Hermann mit ihren Gemahlinnen. Dies kommt nicht nur dadurch zum Ausdruck, daß beide Figurengruppen nebeneinander aufgestellt wurden, sondern auch dadurch, daß beide Gruppen einen ganz besonderen Platz im Chor erhielten. Sie befinden sich seitlich vom Hochportal.
Der Westlettner ist ein besonderes Prunkstück des Doms. Hier sehen Sie acht Reliefs, die an die Passion Christis erinnern. Eine vollplastische Kreuzungsgruppe bildet den künstlerischen Höhepunkt im Lettnerportal. Die Kreuzigung wird hier in den einzelnen Szenen nachvollzogen. Von der originalen farbigen Gestaltung sind leider nur noch Reste vorhanden.
Ein Lettner ist die Trennwand zwischen Hauptschiff und Hohem Chor.
(Quelle Begriffserklärung: www.mei-web.de)
Der Westchor stammt aus der Frühgotik. Nachdem Mitte des 13. Jahrhunderts der Chor der Ekkehardinger-Stiftskirche entfernt wurde und der Westchor an der gleichen Stelle neu errichtet wurde, blieb eine breite Baulücke zurück. Um diese Baulücke zu schließen, legte der Baumeister zwischen dem alten und dem neuen Bauwerk an jeder Stelle einen schmalen Zwischenraum ein. Diese entstandenen Nebenräume öffnete er in einer hohen Arkade zum Chor. Im Westchor befinden sich die Stifterfiguren von Hermann und seiner Gemahlin Reglindis.
Die Glasfenster des Nordwest-, Nord- und Südfensters entstanden vermutlich vor 1260. Die Scheiben des West- und des Südwestfensters stammen aus dem vorigen Jahrhundert. Drei Fenster sind noch in der originalen Bemalung vorhanden. Diese wunderschöne frühgotische Glasmalerei können Sie noch heute bewundern.
Die 1170 erbaute Krypta wurde nach der Abtragung des frühromanischen Doms in den spätromanischen Dom übernommen. Im 13. Jahrhundert erfolgte eine Erweiterung des Chorinnern nach Osten und Westen. Aus der frühromanischen Krypta ist heute nur noch ein kleines Holzkruzifix erhalten geblieben. Die Ausstattung der frühromanischen Krypta ging leider verloren.
© Text und Fotos: Sylvia Wentzlau
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