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FERROPOLIS - STADT AUS EISEN

Seit Anfang 1990 befinden sich die Tagebaugiganten im früheren Tagebaugelände Golpaland in der Nähe von Gräfenhainichen.

Fünf Stahlriesen mit den Namen Mad Max, Medusa, Gemini, Big Wheel und Little Mosquito sind jetzt stumme Zeugen einer längst vergangenen Epoche.

Vorbei sind die Zeiten, wo sie täglich Unmengen von Erdmassen bewegten und ihr Dröhnen die Erde erbeben ließ.

Von 1964 bis 1991 wurden in Golpa-Nord 70 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert.

Seit August 1991 wurden Böschungen abgesichert, die alte Tagebaufläche rekultiviert und das Land geflutet.

Zu verdanken haben wir die Rettung der Riesen der Lausitzer Mitteldeutschen Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und dem Bauhaus Dessau.

Ferropolis - die Stadt aus Eisen - ein technisches Museum der Superlative!

Die Kolosse stehen heute unter Denkmalschutz.

Die Flutung des Areals soll im Jahre 2004 abgeschlossen sein, danach stehen die Stahlriesen auf einer von Wasser umgebenen Halbinsel.

Ein teilweiser Innenausbau der Tagebaugiganten ist geplant.

Der ältere Teil, der zuerst geflutet wurde, ist heute wieder ein Biotop für Pflanzen und Tiere. Hier soll die Natur unberührt bleiben.

Das seit 1999 geflutete Areal wird später der Erholung dienen.

In den Baggerriesen befinden sich nach dem Innenausbau Cafe´s und Besprechungsräume. Außerdem soll vier Baggern wieder Leben eingehaucht werden. Diese können dann wie in alten Zeiten ihre Arme und Ketten bewegen. Nur der Schaufelradbagger "Big Wheel" wird dem Verfall preisgegeben.

Die gigantische Kulisse wurde im Jahre 1997 von den Magdeburger Kammerspielen und dem Anhaltischen Theater Dessau für Aufführungen genutzt. Die Riesenbagger wurden in die Bühnengestaltung einbezogen.

Die heute vorhandene Arena konnte im Jahre 1999 fertiggestellt werden. Für die Umsetzung mußten 85.000 Kubikmeter Erde bewegt werden.

Im Sommer 1999 fand in der Arena das erste Techno-Festival statt. An diesem Spektakel haben mehr als 3500 Technofans teilgenommen. Die Gestaltung der Arena übernahm der Londoner Bühnendesigner Jonathan Park. Ein weiterer Höhepunkt ist die Schienenfahrzeugausstellung auf dem Areal; übrigens die größte ihrer Art in Deutschland!

© Text und Fotos: Sylvia Wentzlau

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Kontakt © Sylvia Wentzlau 2005-2012