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Für 575 fl. kaufte der Tagelöhner Johann Christoph Ernler (ca. 1830 - 1904) das Haus. Kurze Zeit später ging er die Ehe mit Margaretha Elisabeth Fränkel ein. Diese lebte von 1831 bis 1916. Margaretha hatte schon vor der Heirat zwei Kinder mit ihm. Ihr jüngster Sohn Johann Wolfgang Martin (1856 - 1945) hatte das Büttnerhandwerk erlernt. Er stellte für die Bauern der umliegenden Dörfer Butterfässer oder Eimer her. Sein Handwerk führte er noch bis kurz vor seinem Tode aus.

Erst nach 1945 kam es zu Umbauten an dem Haus. 1947 wurden die Raumfunktionen geändert, Haus- und Stallboden wurden innen mit Brettern verschalt. Die Schlafkammer der Eltern befand sich jetzt im Stallboden. Nach einer Längsteilung der Stube durch eine Zwischenwand wohnte die jüngere Generation in der einen Hälfte und die ältere Generation in der anderen Hälfte. Im alten Ziegenstall entstand ein Holz- und Kohlenlager.

Nach dem Umzug der Kinder in ihr neues Heim, wohnten die Eltern weiter im Trüpfhaus. Johann Heinrich Gemeinhardt lebte von 1890 bis 1974 und seine Frau Elisabeth Katharina von 1893 bis 1966. Ihre Enkel richteten 1974 im leerstehenden Haus einen Treffpunkt für die Saalensteiner Dorfjugend ein. Sie nannten ihren Treffpunkt "die Ziegenklause".

Einige Geräte und Möbelstücke wurden bereits durch Johann Heinrich Gemeinhardt zerstört. Nach der Nutzung des Gebäudes durch die Jugendlichen waren keine Einrichtungsgegenstände mehr vorhanden.

Ich möchte nicht auf den Dietelhof eingehen, weil ich Sie neugierig machen möchte. Besuchen Sie doch einfach das Anwesen und lassen Sie sich in eine längst vergangene Zeit zurück versetzen. Sie werden es auf keinen Fall bereuen.

Die detailgetreue Wiederherstellung des gesamten Anwesens verdanken wir dem Verein "Oberfränkisches Bauernhofmuseum", der sich im Frühjahr 1972 gründete.

Der Hof sollte höchstwahrscheinlich abgebrochen werden. Der letzte Dietel verstarb 1968 als Junggeselle. Nach seinem Tod wurde das gesamte Anwesen verkauft. Die Bedeutung des historisch wertvollen Anwesens wurde damals nicht erkannt.

1976 erwarb der Verein den Hof. Mit dem Erwerb begannen gleich die ersten Restaurierungsarbeiten.

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© Texte und Fotos: Sylvia Wentzlau

 

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Sylvia Wentzlau
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