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SCHLOSS UND BURG ALLSTEDT/SACHSEN-ANHALT

Schloß Allstedt liegt auf einem Bergsporn in der Nähe von Sangerhausen (südliches Sachsen-Anhalt). Die sehr komplexe Anlage ist schon von weitem sichtbar.

Ende des 9. Jahrhunderts befand sich Allstedt in den Händen der Liudolfinger. Allstedt entwickelte sich von einer Pfalz, zur Burg und später zum Schloß.

Auf der Pfalz fanden damals mehrere Reichstage statt. In einer Urkunde Heinrich I. ist nachzulesen, daß sich viele berühmte Persönlichkeiten auf der Pfalz aufhielten. Auf der Burg verkehrten alle deutschen Könige. Ab dem Jahre 1369 befand sich die Burg im Besitz der Edelherren von Querfurt.

Diese ließen mehrere bauliche Veränderungen durchführen. Während der ernestinischen Herrschaft, die von 1496 bis 1526 währte, erlebte die Burg Allstedt wie auch der Markt und das Amt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Viele Erweiterungen sind auf diese Zeit zurückzuführen. So entstanden zum Beispiel die Küche und die Gemächer für den Kurfürsten Friedrich den Weißen, um nur einiges zu nennen. Im Jahre 1526 wurde das Amt Allstedt an Graf Albrecht von Mansfeld verpfändet. Graf Albrecht verpfändete wiederum die Anlage im Jahre 1542 an den Grafen von Stollberg.

Nachweisbar fanden vor allem im Jahre 1533 unter diesem Grafen umfangreiche Baumaßnahmen statt, so führten sie Instandsetzungen am Schloß und an den Vorwerken durch. Die umfangreichsten Erweiterungen erfolgten unter Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar-Eisenach. Unter ihm entstand 1746/1747 das vordere Schloß. Herzog Ernst August strebte an, die gesamte Burg in ein Barockschloß umzubauen.

Durch seinen frühen Tod im Jahre 1748 konnten seine Pläne nicht verwirklicht werden. Der Bau des vorderen Schlosses wurde erst einmal nur in vereinfachter Form umgesetzt und die Kernburg blieb in ihrem Originalzustand erhalten. Unter den Herzögen von Sachsen erfolgte 1691 eine große bauliche Veränderung des Obergeschosses. Auch die übrigen Teile der Kernburg wurden zu einem barocken Wohnschloß umgebaut.

Die barocken Räume zieren reiche Stuckdecken und Deckenmalereien. Im Schloß befindet sich eine sehr schöne Schloßkapelle, in der auch Trauungen vollzogen werden. Die Schloßkapelle wurde nach einem Entwurf von Melchior Emanuel Kretzschmar geschaffen (1722/1723). In ihr finden heute Trauungen, Gottesdienste und Konzerte statt.

Bis in die heutige Zeit sind die Emporen, die Herzoginloge mit dem Wappen des Herzogtums Sachsen-Eisenach, die Kanzel und die Stuckdecke erhalten geblieben. Die Orgel stammt von Christian Wegschneider, der sie 1990 für die Schloßkapelle erbaut hat. Thomas Müntzer hielt wahrscheinlich in der Schloßkapelle seine berühmte "Fürstenpredigt".

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Sylvia Wentzlau
Schloß Allstedt
Schloßküche
Schloßküche
 

© Text und Fotos:
Sylvia Wentzlau

 

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