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SCHLOSS NETZSCHKAU (Vogtland) befindet sich in der Nähe des Marktes und liegt gegenüber der Kirche. Ein wunderschönes Bild bietet sich dem Betrachter. Der leuchtend weiße Putz der Fassade und das kräftige Rot der Verzierungen an den Staffelgiebeln und den Vorhangbogenfenstern bieten einen wundervollen Farbkontrast. Das Schloß wurde 1490 erbaut; es ist nicht nur das wertvollste, sondern auch das älteste Schloß des sächsischen Vogtlandes. Bei Schloß Netzschkau handelt es sich um ein unbefestigtes Wohnschloß. Errichten ließ dieses Caspar von Metzsch. Die heutige Schloßanlage besteht aus einem Langhaus mit rundem Eckturm und einem vorgesetzten Viereckturm. Carol von Bose, der in der Zeit von 1596 bis 1657 lebte, machte Netzschkau zum Zentrum eines Güterkomplexes. Er erwarb ab 1636 fast alle Herrschaften und Rittergüter der Netzschkauer Umgebung. Hier wären unter anderem Herrschaft und Burg Mylau zu nennen. Ab 1626 ließ Carol von Bose umfangreiche Baumaßnahmen durchführen. So wurde die Schloßanlage um einen Nord- und Ostflügel und eine Schloßkapelle erweitert. Die alten Decken wurden durch Stuckelemente völlig neu gestaltet. Hier finden Sie übrigens die ältesten Stuckformen Deutschlands; den Stempelstuck in Gestalt von Friesen und Ornamenten. Besonders sehenswert ist ein Kachelofen von 1627.
Die erwähnte Schloßkapelle wurde um 1725 abgetragen. Durch die Grafen von Schönburg-Glauchau, in dessen Besitz sich das Schloß ab 1858 befand, erfolgte die Anlegung eines ca. 4 Hektar großen Schloßparkes. In ihrer Zeit wurden nur geringe bauliche Veränderungen durchgeführt. Da wie überall die finanziellen Mittel für die Erhaltung des Schlosses nicht zur Verfügung standen, nahmen die Bauschäden immer mehr zu. Das Schloß befand sich in einem sehr desolaten Zustand. Zum Schutz dieses wertvollen Kulturgutes führten das Landratsamt für Denkmalpflege Dresden und die Stadtverwaltung 1942/43 dringende Sicherungs- und Erneuerungsarbeiten durch. Im Jahre 1944 erwarb die Stadtverwaltung das Schloß. Aufgrund von alten Wasserschäden wurden unter anderem Teile der Stuckdecke und der Nord- und Ostflügel zerstört. Durch diese Zerstörungen bestand das Schloß nur noch aus dem spätgotischen Westflügel. Mit viel Engangement, einer Unzahl von geleisteten Arbeitsstunden und hohem finanziellen Aufwand konnte das Schloß gerettet werden. In der Zeit von 1991 bis 1995 erfolgte die Restaurierung des Schlosses mit 1,2 Millionen vom Bund und vom Land. © Text und Fotos: Sylvia Wentzlau |
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| © Sylvia Wentzlau 2005-2013 | |||||||