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SCHLOSS NEUENBURG

Schloß Neuenburg thront stolz über dem Winzerstädtchen Freyburg. Der "Dicke Wilhelm" ist von weitem schon sichtbar. Jetzt fragen Sie sich sicher, was bitte ist denn der "Dicke Wilhelm"? Beim "Dicken Wilhelm" handelt es sich um einen beeindruckenden Bergfried aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts. Im Turm befindet sich unter anderem eine Ausstellung zur Stadtgeschichte. Nach der Besteigung des "Dicken Wilhelm" kann der Besucher von hoch oben den Rundblick auf die nähere Umgebung genießen. Im oberen Geschoß des Turmes sind funktionstüchtige historische Uhrwerke ausgestellt.

Die Geschichte der Neuenburg reicht bis in die Zeit um 1090 zurück. Die Burg diente als wehrtechnische Anlage. Gegründet wurde die Neuenburg von Ludwig dem Springer. Sie sicherte das Territorium der Ludowinger nach Osten. Die Ludowinger zählten zu einem der mächtigsten Reichsfürstengeschlechter. Ihre Aufgabe bestand darin, für das Königtum die lebenswichtigen Verkehrswege von Maintal durch Thüringen nach Sachsen zu sichern. Sie hatten die Aufsichtspflicht über den Wald, die Gewässer und Bergwerke, den Wildbann, den Zoll, die Münzen und Maße inne. Eine weitere sehr wichtige Aufgabe war die Ausübung des Landfriedensgerichtes.

Eine besondere Förderung erhielten die Landgrafen durch Friedrich Barbarossa und Friedrich II. Während der Herrschaft der Ludowinger herrschte eine rege Bautätigkeit auf der Burg und auch das kleine Dörfchen Freyburg entwickelte sich zu einer Stadt, die sich sehen lassen konnte.

Gut geknüpfte Ehebande hatten schon vielen Herrscherfamilien zu mehr Macht und Einfluß verholfen. Schon Ludwig der Bärtige, auch ein Ludowinger, konnte seinen umfangreichen Besitz durch die Heirat mit Cäcilie von Sangerhausen beträchtlich erweitern.

Durch den eingegangenen Ehebund zwischen Ludwig dem Springer und der Witwe des Pfalzgrafen von Sachsen und die Ernennung von Udo I. zum Bischof von Naumburg, einem jüngeren Sohn aus dieser Verbindung, gewann der ludowingische Herrschaftsbereich im Osten an Einfluß und Macht.

Udo I. regierte von 1125 - 1148.

1170 begannen die Bauarbeiten an der Doppelkapelle und am Palas. 1224 bis 1226 hielt sich Ludwig IV. mit seiner Gemahlin Elisabeth von Thüringen auf der Neuenburg auf. Elisabeth wurde später für ihre Verdienste am kranken Menschen heilig gesprochen.

Die Holzfigur der heiligen Elisabeth befindet sich heute wieder in den ehemaligen Betstuben des Schlosses.

Nach 1247 befand sich die Neuenburg im Besitz der Wettiner. 1450 erfolgte unter Herzog Wilhelm III. von Sachsen der Ausbau zum Wohnschloß. Von 1556 bis 1746 nutzten die Herzöge von Sachsen-Weißenfels Schloß Neuenburg als Jagdschloß. Ab 1770 befand sich das Schloß im sächsischen Staatsbesitz. Die Heimatmuseen wurden in den Jahren 1930 bis 1951 auf der Neuenburg eingerichtet.

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Sylvia Wentzlau
Neuenburg
Der dicke Wilhelm

Leuchter

© Texte und Fotos:
Sylvia Wentzlau

 

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