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SCHLOSS HARTENFELS/SACHSEN Das Schloß Hartenfels liegt in Torgau und ist auf jedem Fall eine Reise wert. Im Jahre 973 wurde die kursächsische Residenzstadt Torgau zum ersten Mal erwähnt. Kaiser Otto II. schenkte den Gau Nisize dem Erzbistum Magdeburg. Der Name Torgau kommt aus dem Slawischen und stammt von dem Wort "torgowe" ab. "Torgowe" bedeutet soviel wie "Markt" oder "Marktort". Die slawische Burg wurde auf einem Porphyrfelsen errichtet. Westlich von der Burg entstand das Burglehn mit den Höfen der Burgmannen; um 1100 wurde hier mit dem Bau der Marienkirche begonnen. Die Marienkirche ist heute die Hauptpfarrkirche der Stadt. Im Jahre 1131 gelangten Burg und Stadt in den Besitz der Markgrafen von Meißen. Zur Verwaltung des Ortes und der Burg setzten die Markgrafen Vögte ein. Im Jahre 1422 starb die im Herzogtum Sachsen-Wittenberg regierende Linie der Askanier aus. Ein Jahr später erhielt der meißnische Markgraf Friedrich der Streitbare von König Sigismund die Herrschaft und damit die Kurwürde. Mit dieser Erwerbung hatte sich das Herrschaftsgebiet der Wettiner erheblich vergrößert. Nach der Leipziger Teilung der Wettiner gelangte Torgau an das ernestinische Kurfürstentum. Aber auch Torgau wurde mit dem Beinamen "Amme der Reformation" versehen. Im Jahre 1520 bekannte sich die Stadt Torgau zu dem neuen Glauben. Nach der Schlacht bei Mühlberg im Jahre 1547 und der Gefangennahme des Kurfürsten Johann Friedrich durch die kaiserlichen Truppen endete die Geschichte der ernestinischen Residenz. Im Torgauer Schloß hielten sich häufig Kurfürsten auf dem Weg von Dresden nach Leipzig oder zurück auf, auch wurden im Schloß eine Reihe bedeutsamer höfischer Feste und Hochzeiten gefeiert. 1548 vermählten sich der Herzog und spätere Kurfürst August und die dänische Prinzessin Anna auf Schloß Hartenfels in Torgau. Ein weiterer Höhepunkt war die Vermählung der Tochter des Kurfürsten Johann Georg I., Sophie Eleonore mit dem Landgraf von Hessen-Darmstadt im Jahre 1627. Diese Vermählung war Anlaß zur Aufführung der ersten deutschsprachigen Oper "Daphne" von Heinrich Schütz. Im Jahre 1711 fand die letzte fürstliche Hochzeit in Torgau statt, die Vermählung des russischen Zarewitsch Alexej mit Charlotte Christine von Braunschweig. Auch politische Veranstaltungen fanden in Torgau statt, wie zum Beispiel Landtage, diplomatische Treffen und Verhandlungen. Durch die nahegelegenen Wälder, im Süden lag die Dahlener Heide, im Westen die Dübener Heide und nördlich die Annaburger Heide, bot sich Torgau als Ausgangspunkt für Jagdvergnügungen an. |
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| © Sylvia Wentzlau 2005-2013 | |||||||||