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STALLHOF MIT LANGEM GANG - DRESDEN
Eine ganz besondere Kostbarkeit ist der Stallhof mit dem "Langen Gang", ein sehr interessanter Renaissancebau. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe des Zwingers und der Semperoper.
Kurfürst August ließ diesen Komplex in der Zeit von 1586 bis 1588 errichten. Die Entwürfe stammen von P. Buchner. Der Stallhof ist eine Dreiflügelanlage mit eingeschlossenem Bau und einem Wendelstein in den Hofgebäuden. Zur Zeit des Kurfürsten waren im Stallgebäude die Pferde und die Kutschen untergebracht. Die vornehmen Gäste bewohnten das Obergeschoß. In den Rundbogenarkaden befand sich die Ahnengalerie der Wettiner.
In den Jahren 1729 bis 1731 wurde die Anlage unter M. von Fürstenhoff umgebaut. Hier wären die Festräume, die Englische Treppe und die Gemäldegalerie zu nennen. Eine weitere Veränderung erfuhr die Anlage in den Jahren 1744 bis 1746 unter J. C. Knöffel. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in der Pferdeschwemme Turniere, Ringstechen und Hetzjagden veranstaltet. Eine der beiden Bronzesäulen für das Ringstechen ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Auch die Sonnenuhr am "Langen Gang" erstrahlt wieder in ihrer alten Schönheit.
Im 19. Jahrhundert erfolgten weitere Umbauten. Zum letzten Male wurde der Gebäudekomplex in den Jahren 1872 bis 1876 unter K. M. Haenel umgebaut und der Name "Johanneum" vergeben. 1935 erhielt die Anlage wieder ihren Originalzustand. Wie so viele historische Gebäude wurde auch dieser Komplex 1945 zerstört. Der Wiederaufbau wurde 1950 in die Wege geleitet.
An der Außenseite des "Langen Ganges" des Stallgebäudes befindet sich der berühmte Fürstenzug. Das Gebäude weist eine Gesamtlänge von 102 Metern auf. Die Originalmalerei, die in der Sgraffito-Technik hergestellt wurde, ist leider nicht mehr erhalten. In dieser Technik wurden auch verschiedene Außenwände des Schlosses gestaltet. Bereits 1907 wurde der "Fürstenzug" auf Kacheln der Meißner Porzellanmanufaktur dargestellt.
Der Betrachter wird mit der Geschichte Sachsens vertrautgemacht. Auf der 957 Quadratmeter großen Wandfläche sind die Fürsten des Hauses Wettin abgebildet und ihre Geschichte. Geschaffen wurde dieses Meisterwerk von dem Maler Adolf Walther (1826 - 1913). Walther malte in mühevoller jahrelanger Arbeit 35 Persönlichkeiten aus dem Hause Wettin.
Angeführt wird der Fürstenzug von Konrad dem Großen, es folgen Otto der Reiche, Albrecht der Stolze, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte, Friedrich der Gebissene, Friedrich der Ernsthafte, Friedrich der Strenge, Friedrich der Streitbare, Friedrich der Sanftmütige, Albrecht der Beherzte, Friedrich der Weise, Johann der Beständige, Johann Friedrich der Großmütige, Georg der Bärtige, Heinrich der Fromme, Friedrich August der Gerechte und den Abschluß bildet Anton der Gütige... Der letzte regierende Wettiner war König Friedrich August III.
Die Kacheln wurde 1978 bis 1979 gereinigt und restauriert. Für den Fürstenzug wurden insgesamt 25.000 Kacheln verwendet. Bei den Restaurierungsarbeiten mußten 442 Kacheln teilweise ergänzt werden.
1956 wurde das Verkehrsmuseum im "Johanneum" eröffnet.
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